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10 Wörter, die in Hamburg eine andere Bedeutung haben

In meiner Heimatstadt Hamburg haben Wörter manchmal eine ganz andere Bedeutung als woanders in Deutschland. Ich kläre euch in diesem Post über 10 Wörter “Hamburgisch” und ihre Bedeutungen auf!

Michel

Bedeutung in Hamburg: Eine Kirche
Die St. Michaelis Kirche, auch genannt “Hamburger Michel”, ist eine der schönsten Barockkirchen im Norden Deutschlands. Vom Turm der Kirche aus hat man einen fantastischen Blick auf die Hansestadt, dafür muss man aber auch einige Stufen in Kauf nehmen. Ich habe schon zweimal den Turm bestiegen und den Ausblick genossen und ich kann euch sagen: Es lohnt sich, auf den Michel zu steigen!

 

Dom

Bedeutung in Hamburg: Ein Spielbudenplatz
Der Hamburger Dom ist im Norden das größte Volksfest und findet auf St. Pauli mit Attraktionen, Spielbuden, Snackständen und Specials statt. Traditionell findet der Dom 3x jährlich statt: Es gibt den Frühlings-, Sommer- und Winterdom. Am liebsten ging ich als Kind auf den Dom im Sommer, denn dann macht das Riesenrad-, Autoscooter- oder Geisterbahnfahren auch richtig Spaß und man erfriert nicht gleich.

 

Alsterwasser

Bedeutung in Hamburg: Bier mit Limonade = Radler
Die klassische Zusammensetzung eines Radlers (Bier gemischt mit Limonade) heißt in Hamburg ganz einfach Alsterwasser oder kurz Alster. Der Name kommt vom Hamburger Binnengewässer Alster, das damals eine so reine und helle Farbe gehabt haben muss wie das Bier. Heute kann ich euch sagen: die Alster ist einfach nur Wasser und das Alster ist einfach nur Bier.

 

Franzbrötchen

Bedeutung in Hamburg: Süßes Brötchen, ähnlich wie eine Zimtschnecke
Das Franzbrötchen ist ein leckeres Gebäckstück, das mit Zimt und Zucker gefüllt ist und einer Zimtschnecke ähnelt. Beim Backen karamellisiert der Zucker an der Oberfläche und gibt dem Franzbrötchen seinen einzigartigen Geschmack. Warum das Ganze so heißt? Eine Geschichte besagt, eine Art Croissant und das Vorbild des Franzbrötchens wurde damals zur Hamburger Franzosenzeit zwischen 1806 und 1814 durch die Truppen von Napoleon nach Hamburg gebracht. Eine andere Geschichte erzählt, ein Hamburger Bäcker solle ein längliches Franzbrot, ähnlich einem Baguette, in einer Pfanne mit Fett gebraten haben, woraus das Franzbrötchen entstand. Ich jedenfalls liebe diese süßen Dinger und freue mich, dass es in München wenigstens eine Kamps-Filiale gibt (hier gibt es die Original-Franzbrötchen).

 

Schmalzgebäck

Bedeutung in Hamburg: Kleine Teigbällchen
Schmalzkuchen sind kleine Siedegebäckstücke aus Hefeteig, die man zur Weihnachtszeit auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt mit Puderzucker isst. Woanders in Deutschland werden sie auch Mutzen (z.B. Lübeck) oder Kräppelchen (Sachsen) genannt. Wenn ich zur Weihnachtszeit in meine Heimatstadt Hamburg fahre, dann freu ich mich immer wie ein kleines Kind auf das Schmalzgebäck, denn im Süden gibt es sie leider einfach nicht auf dem Weihnachtsmarkt.

 

Rumkugeln

Bedeutung in Hamburg: Kuchenspezialität, die aus Kuchenresten getränkt in Rum gemacht wird
Woanders in Deutschland bedeutet das Wort herumtollen oder spielen. In Hamburg ist damit ein kleiner Kuchen gemeint, der aus anderen Kuchenresten besteht. Eigentlich hört sich das echt eklig an, weil in die Rumkugel alles hineingeknetet wird, was beim Backen anderer Kuchen übrig bleibt. Aber das Leckere ist: Alles wird in Rum getränkt, was der Hamburger Rumkugel den besonderen Geschmack verleiht. Das nächste Mal beim Bäcker bitte keinen langweiligen Käse- oder Obstkuchen bestellen, sondern eine Rumkugel ausprobieren!

 

Klönen, schnacken

Bedeutung in Hamburg: sich unterhalten
Okay, ich gebe zu, auf den ersten Blick weiß ein Nicht-Hamburger überhaupt nicht, was damit gemeint ist. Aber in Hamburg hört man tatsächlich die Wörter an jeder Ecke. Deswegen: Merken und “Nicht lang schnacken, Kopf in Nacken”! Diesen Spruch sagt man z.B., wenn man in der Bar Kurze trinkt. Er bedeutet so viel wie “Rede nicht so lang, sonder leg den Kopf in den Nacken und trink den Schnaps”.

 

Zappenduster

Bedeutung in Hamburg: stockdunkel
Wenn es in Hamburg nachts dunkel wird, dann heißt das nicht so langweilig “dunkel”, sondern “zappenduster”. So einfach ist das.

 

Deern

Bedeutung in Hamburg: Mädchen, junge Frau
Okay, liebe Männer… Ihr müsst eure Frauen jetzt nicht gleich umtaufen, indem ihr statt “Mädchen” nun “Deern” zur ihr sagt. Fein und romantisch klingt es nämlich nicht, aber so heißt das Wort nunmal in Hamburg und ein Großvater sagt das auch häufig zu seiner kleinen Enkelin.

 

Buddel

Bedeutung in Hamburg: Flasche
Auch wenn man anderswo gern im Sandkasten “buddel(t)”, so ist hiermit was ganz anderes gemeint. Wollt ihr bei eurem Hamburg Besuch mit etwas einheimischen Hamburgisch glänzen, dann bestellt ihr ganz einfach keine “Flasche Bier” sondern eine “Buddel Bier”. 

 

Ich hoffe, ich konnte euch nun ein wenig Hamburgisch verklickern (= erläutern). Schaut euch auch gern mal in diesem Post die tollen Hafencity-Bilder aus Hamburg an, die ich bei meinem letzten Heimatbesuch gemacht habe.

By |2018-04-11T14:40:29+00:00Januar 10th, 2017|Deutschland, Europa, Hamburg, Travelling|4 Comments

4 Comments

  1. Shades of Ivory 11. Januar 2017 at 18:15 - Reply

    Hihi :). Ich finde es schön, dass es in jeder Stadt eigene Begriffe gibt. In Hannover trifft man sich zB. “unterm Schwanz” (eine Pferdestatue, bzw. Ernst August Denkmal).
    Rumkugeln, zappenduster und Schmalzgebäck kenne ich aber auch 🙂 (ich komme ursprünglich aus Thüringen).

    Liebe Grüße

    • Fashiondeluxxe 12. Januar 2017 at 9:43 - Reply

      Vielen lieben Dank, für den Kommentar 🙂 Ich finde es auch super, dass es so viele eigene Begriffe gibt! Es gibt im Hamburgischen ja auch noch sooo viel mehr..

  2. Susanna 10. Januar 2017 at 13:08 - Reply

    Oh Hamburg ist so toll! Ich war im Sommer zwei Monate für ein Praktikum dort!
    Hamburgliebe <3
    Sehr tolle Erklärungen übrigens! Die Franzbrötchen sind echt lecker 🙂

    Liebe Grüße,
    Susanna
    ____________________________
    http://www.susannavonundzustil.de

    • Fashiondeluxxe 11. Januar 2017 at 11:01 - Reply

      Wie schön, dass du die Stadt (und Franzbrötchen!) während deines Praktikums so genossen hast 🙂 Ich liebe meine Heimat auch sehr!! Liebe Grüße 🙂

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