Eine ungewollte Digital Detox Kur: 27 Stunden ohne Smartphone – geht das als Bloggerin? Welche Erfahrungen ich in dieser Zeit gemacht habe, erzähle ich euch in diesem Post.

Am vergangenen Freitag war ich am späten Nachmittag in der Stadt unterwegs, um ein paar schöne Sommer-Sale-Teile zu shoppen und dann abends mit zwei Freundinnen essen zu gehen. In einem Laden voller schöner Deko-Elemente beugte ich mich zu einer Vase hinunter, um sie näher zu betrachten – und da passierte es: Mein Smartphone (iPhone 4S) fiel laut klappernd auf den Steinboden. Eine kurze Schrecksekunde. Schnell stellte ich jedoch fest, dass das Display noch heil war, jedoch war es…schwarz. “Okay”, dachte ich mir – “das ist schon öfters passiert, dass das Smartphone einfach aus geht”. Mit einem Spezial-Druck versuchte ich es wieder anzuschalten und als das nicht klappte, steckte ich es an die Steckdose, wo es merkwürdigerweise in einer Hochladen-Dauerschleife war. “Komisch”, dachte ich mir, aber naja, ich war ja noch zum Essen verabredet. Würde ich wohl oder übel bis zum nächsten Tag warten müssen, wenn die Media-Geschäfte wieder auf hatten. Tja, ich steckte mitten in einer ungewollten Digital Detox Kur.

Meine Erfahrungen mit der Digital Detox Kur:

Je länger ich auf mein Smartphone verzichten musste, desto nervöser wurde ich. Ich kannte nur den Namen des Restaurants, wollte wie immer mit Google Maps dort hinfinden. Ich wollte natürlich per Insta Story zeigen, wie das Restaurant war (vor allem, da ich das erste Mal in München arabisch essen wollte). Ich wollte Musik per Spotify hören, Nachrichten per Apps checken oder Emails checken – all das ging nicht. Irgendwie fühlte ich mich hilflos, was ich dann aber genervt abtat – es kann ja wohl nicht sein, dass ich SO abhängig von meinem Smartphone bin. Oder doch?

Ein Glück hatte ich meinen Laptop dabei und suchte damit das nächste Café mit freiem WLAN auf. Schnell googelte ich die Adresse des Restaurants und checkte, wie ich dort hinkommen könnte. Auf Facebook postete ich, dass ich momentan nur so oder per Email erreichbar wäre (danke für die vielen Mitleids-Nachrichten an dieser Stelle 😀 ). Den Rest des Tages wollte ich mir aber nicht durch diese ungewollte Digital Detox Kur verderben lassen. Ja, an diesem Zeitpunkt war ich eindeutig genervt davon und konnte noch keine Vorteile daraus ziehen.

Nach einem köstlichen Essen ging es dann per U-Bahn nach Hause (ein Glück kannte ich den Weg auswendig). Als ich dann zuhause ankam und schlafen gehen wollte, fiel mir auf, dass ich ja gar keinen Wecker für den nächsten Tag stellen konnte. Ich überlegte fieberhaft, ob ich noch irgendwo einen Old-School-Analog-Wecker hatte, doch Fehlanzeige. Dann fing ich an zu schmunzeln und meinen ersten Vorteil aus der Sache zu ziehen: Ich hatte am nächsten Tag keine Termine oder weitere Pläne, außer zuhause am Schreibtisch an meiner Masterarbeit zu tüfteln. Juchu – ich konnte ausschlafen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. 😀

Am nächsten Tag fuhr ich dann zu einem Store, um mein iPhone checken zu lassen. Mittlerweile waren 18 Stunden ohne Handy vergangen und irgendwie war es noch auszuhalten. Als ich dann im Store aber die schlechte Nachricht bekam, mein Handy sei nicht mehr zu retten und auch meine Daten nicht, war ich enttäuscht und ich ärgerte mich. Warum hatte ich meine Daten in der iCloud zuletzt vor 2 Monaten aktualisiert? Warum hatte ich den Speicher nicht erweitert, meine Fotos auf den Laptop gezogen und und und. Genervt und verärgert überlegte ich, wann mein Vertrag auslaufen würde und ich mir ein neues Smartphone mit neuem Vertrag holen könne. Aber 6 Monate erschienen mir zulange, um darauf zu warten. Ein altes Smartphone bis dahin hatte ich leider nicht mehr zuhause, ein gebrauchtes oder ein billiges wollte ich mir auch nicht kaufen – das Geld wollte ich lieber gleich in mein neues, richtiges Handy stecken und nicht auf diese Weise “verschwenden”. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mir ein komplett neues iPhone 7 zu kaufen (das 7+ war mir irgendwie zu groß und dann auch zu teuer).

Am Abend fuhr ich dann eine Stunde vor Ladenschluss in den Apple Store, kaufte mir ein neues iPhone (ein Glück gibt es Kreditkarten) und ging danach schön essen – “zur Feier des Tages quasi”. Irgendwie war ich dann ziemlich froh über das neue Gerät und über meine wiedergewonnene mobile Kommunikation. Aber ich muss zugeben – so schlimm war es nicht, für einen Tag mal vom Smartphone getrennt zu sein, ob nun gewollt oder nicht. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, mal ein ganzes Wochenende darauf zu verzichten. Dann jedoch geplant und vorbereitet (ich habe definitiv keine Lust auf erneutes Herzrasen, ob ich Termine vergessen könnte). Wie sieht’s bei euch aus? Hättet ihr Interesse daran zu sehen, wie abhängig ihr von eurem Smartphone seid (egal ob nun auch Bloggerin oder nicht)? Falls ja, dann habe ich hier ein paar Hinweise für eine richtige, gewollte Digital Detox Kur und ein paar alternative Freizeitideen.

Sommerliches Outfit auf dem Karussell bei einer Digital Detox Kur
Sommerliches Outfit auf dem Karussell bei einer Digital Detox Kur
Sommerliches Outfit auf dem Karussell bei einer Digital Detox Kur

Probiere es doch einfach mal aus – für einen einzigen Tag, für “nur” 24 Stunden. Du wirst sehen, du wirst dir bewusst werden, wie abhängig wir heutzutage von digitalen Medien sind – und welche Alternativen es eigentlich (noch) gibt, die wir fast schon längst wieder vergessen hatten.

Mein Outfit könnt ihr übrigens in diesem LOOK-Blogpost näher sehen und auch nachshoppen.

Fotos: Christian Habel